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Report Nr.: 0400 - Museums-Touren-Führer

Im Raum Köln existiert seit einiger Zeit ein Reiseunternehmen, das interessierte und kaufwillige Personen aus dem Umkreis und der Stadt selbst an die jeweils durchgeführten Kunst- und Gemäldeausstellungen bringt. Einmal in der Woche können die durch Anzeigenwerbung aufmerksam gemachten Personen an bestimmten Haltestellen in einen Kleinbus des Unternehmens steigen und gegen entsprechenden „Sammeltarif“ das Fahrzeug benutzen und die jeweiligen Kunsthäuser aufsuchen.

Etwa 50 % der Kosten werden von den Kunstveranstaltern übernommen, die auf diese Weise die Zahl der Besucher und Käufer ihrer Werke erheblich steigern konnten. Einen solchen Service kann man in der Peripherie zu einer jeden Großstadt aufziehen. Sprechen Sie einmal mit den ständigen Ausstellern in Ihrer Stadt und bieten Sie den Veranstaltern Ihren Zubringerdienst an. Dabei müssen Sie vorher überlegen, ob Sie die Leute nur an den Fahrtkosten oder auch am Werbeeinsatz beteiligen wollen, denn schließlich ist der letztere Posten nicht ganz billig.

Doch außer kommerzielle Ausstellungen, die dazu durchgeführt werden, damit zahlende Besucher die einzelnen Objekte möglichst kaufen bzw. ersteigern sollen, können Sie sich als speziell auf Museen und andere öffentliche Ausstellungen ausgerichteter Tourenführer anbieten.

Es gibt Menschen, die seit Generationen in einer Stadt oder deren Umgebung leben und nicht einmal wissen, welche Sehenswürdigkeiten in ihr verborgen sind.

Dabei würde manch einer gern auf Entdeckerreise gehen, wenn er nur die richtige Anleitung und Führung dazu hätte. Wer weiß schon, wo es das Aktien-Museum, die Sammlung für Amateurfunker, das Museum für Hexenkunde, Narrentum, Seifenkisten, Oblaten oder Polizeiuniformen gibt?

Statt seine außerhalb wohnenden Mitfahrer zu Kaffeefahrten in die weitere Umgebung einzuladen, können Sie Busunternehmer einmal dafür zu gewinnen versuchen, zahlende Kunden zu Entdeckungsreisen in die Museen der Großstadt zu entführen. In den Fahrpreis können der Besuch von zwei bis drei Museen und eine sachkundige Führung durch die Kulturstätten inbegriffen sein.

Diese Führung wird dann von einem angeworbenen Studenten für Kunst oder Geschichte durchgeführt.

Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie aber auch selbst diese Führungen unternehmen. Solche Touren sind meistens nicht so schwierig, als sie zunächst scheinen. Das meiste, was den Besuchern der Stätten zu erklären ist, wird man sich vorher erst einmal selbst anlesen und dann versuchsweise einer Gruppe von Bekannten zum Besten geben. Dabei ist darauf zu achten, dass Sie erstens laut und deutlich sprechen, so dass 30 bis 50 Personen Sie gut verstehen können und zweitens unterhaltend zu erklären verstehen.

Kleine Episoden über die ehemaligen Bewohner von Schlössern, humorige Erzählungen und Kuriositäten bleiben viel eher im Gedächtnis haften, als die noch so detaillierten Zahlenangaben über Lebens- und Regierungszeiten der berühmten früheren Bewohner, Stifter und Gönner. Woher kommt der Name dieser oder jener seltsamen ausgestellten Kuriosität?

Bei einer Besichtigungstour führte ein Museumsführer einmal plastisch eine abschließbare „Halskrause“ vor und ging dann, nachdem er eine Besucherin „testweise“ darin eingeschlossen hatte, scheinbar gelangweilt seiner Wege. Sehr zum Hallo der Anwesenden. Die Dame wird diese Führung und scheußliche Burg wohl nicht so leicht vergessen.

Oder man weist auf die abgetretenen Stufen zum Burgverlies hin oder macht einmal auf geheimnisvolle Dinge aufmerksam, die der Betrachter sonst gar nicht wahrnimmt. Im Wiener Hofburg-Museum hat man den Vorzug auf das seltene “Horn“ des sagenhaften Einhorns hinzuweisen, das sich bei näherem Nachfragen allerdings als Zahn eines Narwals entpuppt, oder auf die Windeln des früheren Kaisers oder auf Reliquien einstiger Heiliger.

Solche Besonderheiten gibt es nahezu überall, man muss nur nach ihnen suchen. Eine württembergische Stadt hat sogar an einer Stelle ein kleines Denkmal errichtet, an der der jugendliche Mozart anlässlich einer Kutschenfahrt aussteigen und sein „kleines Geschäft“ verrichten musste.

Noch jeder Museums-Besichtigung wird eine Kaffee- oder Mittagspause eingelegt, die im Preis inbegriffen ist. Solche Zwischenaufenthalte werden entweder in der in der Nähe befindlichen „Burg-Gaststätte“ oder im „Schloss-Hof“ abgehalten, bei denen man noch einmal „Zubringergebühr“ kassiert oder irgendwie im Museum selbst. Besonders Personen des sogenannten „Mittelalters“ werden sich für diese Besichtigungstouren interessieren.

Sofern Sie sich einmal selbst etwas näher mit den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in unserem Heimatland befassen wollen, finden Sie in Ihrer Gemeinde- und Stadtbibliothek sicher viele interessante Anregungen. Sehr lehrreich ist dabei der “Deutsche Museumsführer, ein weit über 1.000 Seiten starkes Werk, das genaue Beschreibungen von rund 2.800 Museen, Kunstmuseen, naturwissenschaftliche und technische Völkerkundemuseen, kulturhistorische Sammlungen, Freilichtmuseen und Spezialmuseen aller Art enthält. Es gibt genaue Auskunft über Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Größe, Umfang und Schwerpunkt der Sammlungen, präzise Adressenangaben (mit Telefon) etc.. Das Werk ist zu beziehen beim

Wolfgang Krüger Verlag
Redaktion „Museumsführer“
Geleitstraße 25
60599 Frankfurt

bzw.

S. Fischer Verlag
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt.

Folgende Bücher geben Auskunft über die verschiedenen Burgen und Schlösser in unseren Landen:

Walter-Gerd Fleck: Burgen und Schlösser in Nord-Wurttemberg
(Knaur-Verlag - Nr. 4404)

Ludwig Hütttl: Schlösser
(Knaur-Verlag - Nr. 3686)

Werner Meyer: Burgen
(Knaur-Verlag - Nr. 3684)

Burgen und Schlösser in Bayerisch-Schwaben
(Knaur-Verlag - Nr. 4407)

August Knecht: Burgen und Schlösser im Sauerland, Siegerland und an der Ruhr
(Knaur-Verlag - Nr.4410)

Mit diesem Rüstzeug können Sie auch regelrechte Nah- und Fernziel-Besichtigungs-Touren durchführen, mit denen dann die Interessenten ihr Wissen über ihre Heimat bereichern. Besonders attraktiv werden für die Teilnehmer Fahrten zu den folgenden Museen und Besichtigungsstätten sein:

Deutsches Freimaurer-Museum
Im Hofgarten 1
95444 Bayreuth

Abenteuer-Museum
Am Schlossberg 1
66119 Saarbrücken

Amateurfunkmuseum (AFM
Heino Burger
Rogisterstraße 17
86911 Riederau

Atommuseum
Pfluggasse
72401 Haigerloch

Museum für Blindenwesen
Rothenburgstraße14
12165 Berlin

Briefrnarkenmuseum
Berggarten 2
38277 Heere

Büromuseum
Friedrich-Ebert-Straße 43
Im Rathausturm
45468 Mülheim an der Ruhr

Berliner Kinomuseum
Großbeerenstral3e 57
10965 Berlin

Bundespostmuseum
Museum für Kommunikation
Schaumainkai 53
60596 Frankfurt

Deutsches Filmmuseurn
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt

Hexenmuseum
Breite Straße 19
32657 Lemgo

Hubschraubermuseum
Sabléplatz 6
31675 Bückeburg

Hutmuseum
Louisenstraße 120
61348 Bad Homburg v.d.H.

Korkmodellmuseum
Schloß Johannisburg
Schloßplatz 4
63739 Aschaffenburg

Deutsches Märchenmuseum
Am Kurpark 3
32545 Bad Oeynhausen

Fasnachtmuseum
Turmstraße 17
79098 Freiburg im Breisgau

Deutsches Fastnachtmuseum
Falterstraße
Im Falterturm
97318 Kitzingen

Das ist nur eine kleine Auswahl. Daneben gibt es mehrere hundert Museen, die des Anschauens wert wären.

Stand: 2008-11-20-03-10

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