Report Nr.: 1004 - Selbständig mit einem Kurier- und Botendienst
1. Chancen und Risiken
Der Markt für Kurier- und Botendienste boomt schon seit Jahren und verzeichnet Zuwachsraten von durchschnittlich 15%.
Nach Schätzungen befördern die rund 5.000 Kurier- bzw. Express- und Paketdienste, auch KEP-Dienste genannt, in
Deutschland mit ca. 40.000 Boten rund eine Million Sendungen täglich und erwirtschaften damit einen Jahresumsatz von
10 Milliarden Euro. Und der Marktanteil steigert sich ständig, insbesondere auch durch die Einführung der Lkw-Maut.
Man unterscheidet zwischen Kurier- und Botendiensten. Kurierdienste sind überregional, zum größten Teil auch
international organisierte größere Unternehmen, die mit ihrem Leistungsangebot zwischen Post und Spedition einzuordnen
sind. D.h. sie bieten den Service der Post - Zustellung bis zum Adressaten auch über längere Strecken - und den der
Speditionen - individueller Transport, schnell und direkt -.
Botendienste sind dagegen in der Regel kleinere Firmen, die nur regional bzw. lokal organisiert sind. Wenn man heute
etwas ganz eilig verschicken muss, kann man in vielen Orten einfach zum Telefon greifen und einen Botendienst
beauftragen. Dessen Fahrer holt die Sendung ab und bringt sie persönlich zum Empfänger.
Die Kunden sind hauptsächlich kleine und mittlere Unternehmen. Die Aufträge betreffen meist Lieferanten oder Behörden
in der gleichen Stadt oder näheren Umgebung. Das Transportgut besteht aus eiligen Briefen oder Dokumenten,
Ersatzteilen, die dringend eingebaut werden müssen, oder Waren, die termingerecht ankommen müssen. Den Absendern kommt
es auf pünktliche oder schnellstmögliche Lieferung an, sowie auf die Garantie, dass die wichtigen Sendungen, ohne
beschädigt zu werden oder verloren zu gehen, ihr Ziel erreichen.
Der Wettbewerb zwischen den bestehenden Unternehmen ist schärfer geworden, aber auch hier zeigt sich, dass sich
Qualität letztlich immer durchsetzt, also Schnelligkeit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Freundlichkeit. Besonders
Neulinge versuchen oft, sich über Dumpingpreise durchzusetzen, eine Politik, die zwar die Zentrale eine Weile
durchhalten kann - nicht aber die in der Regel als Subunternehmer beteiligten Fahrer (s. auch Punkt 4). Dagegen werden
sich die Anbieter langfristig durchsetzen, die über eine schlagkräftige Organisation verfügen und ständig an der
Verbesserung ihrer Einsatzplanung arbeiten. Geschwindigkeit, Sicherheit und Bequemlichkeit für den Auftraggeber sind
die Maßstäbe der Branche. Wer ohne hinreichendes Know-how an den Start geht und keine gleich bleibende Qualität
bietet, hat trotz des Auftragsbooms kaum eine Chance. Die Zahl der Konkurse ist daher hoch.
Trotz der verschärften Konkurrenzsituation haben regionale Botendienste die Möglichkeit von überregionalen Transport-
und Kurierdiensten zu profitieren, z.B. vom Intercity-Kurier der Bahn. Mit dem Intercity-Kurier bietet die Bundesbahn
eines der schnellsten Transportmöglichkeiten von Stadt zu Stadt an. Es hat allerdings den Nachteil, dass die Sendungen
am Bahnhof eingeliefert und am Zielort auch wieder abgeholt werden müssen - eine Leistung, die dann häufig von lokalen
Botendiensten übernommen wird.
2. Versicherungen
Gerade Existenzgründer, die oft ihr gesamtes Vermögen und darüber hinaus geliehene Gelder in ihr neues Unternehmen
stecken, sollten zumindest die schwerwiegenden Risiken, die sich aus einer selbständigen Tätigkeit ergeben, absichern.
Zwingend erforderlich ist eine Transport-Versicherung, die Güterschaden-Haftpflicht-Versicherung: Sie ist sogar vom
Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben und der Nachweis über ein tatsächliches Bestehen einer solchen muss ständig im
Fahrzeug mitgeführt werden. Speziell die Versicherung schützt sowohl Sie als Unternehmer, aber auch Ihre Auftraggeber
und vor allen Dingen, was fast noch wichtiger ist, diese Versicherung setzt gesetzlich geregelte Höchsthaftungsgrenzen
fest. Diese berechnen sich nach einen versicherungsspezifisch ermittelten Berechnungschema, da bei jeder Versicherung
gleich ist. Insbesondere, wenn höherwertige Güter befördert werden und diese zu Schaden kommen oder aber Verlust
eintritt, begrenzt diese Versicherung automatisch die Haftungshöhe und Sie bleiben nicht auf dem Restschaden sitzen.
Anders verhält es sich, wenn diese Versicherung nicht besteht, dass sind Sie voll haftbar und das kann u. U. den
persönlichen Ruin bedeuten.
Viele Auftraggeber lassen sich diese Versicherung auch zu ihrem Schutz vor oder bei Auftragsübernahme nachweisen. Sie
wissen dann aber auch, dass eine Haftungsbeschränkung vorliegen kann.
Unerlässlich ist auch eine Betriebshaftpflicht-Versicherung: Sie schützt Sie vor Haftpflichtansprüchen aus Personen-
oder Sachschäden.
Weiterhin zu empfehlen ist eine Betriebsunterbrechungs-Versicherung: Sie betrifft Schäden, die durch eine
Betriebsunterbrechung, z.B. durch Stromausfall, entstehen.
Darüber hinaus sind Sachversicherungen von Bedeutung: Sie decken verschiedene Risiken ab, z.B. Schäden durch Feuer,
Leitungswasser, Sturm, Glasbruch, Einbruch, Diebstahl u. ä..
Wenn Sie alleine arbeiten und wenig Rücklagen haben, empfiehlt sich, zusätzlich zu Ihrer Krankenversicherung, eine
Krankengeldtage-Versicherung: Sie sorgt dafür, dass Sie bei längerer Krankheit zumindest Ihre wichtigsten persönlichen
und beruflichen Kosten decken können.
Sicherlich gibt es noch eine Reihe anderer Risiken, die Sie absichern können. Damit Sie sich einen sinnvollen, auf das
Wesentliche beschränkten, Versicherungsschutz zulegen, sollten Sie mit einem Versicherungsfachmann sprechen.
3. Rechtliche Voraussetzungen
Für Kleintransporte wie die Botendienste, aber auch Versandhausauslieferer oder Arzneimitteltransporte, die mit einem
Pkw durchgeführt werden, besteht völlige Gewerbefreiheit. Es ist keinerlei Genehmigung erforderlich (nach § 4 Abs.2
GüVG, Freistellungsverordnung vom 29.07.1969 unterliegt der Transport von Fracht in Kraftfahrzeugen unter 750 kg
Nutzlast nicht dem Güterkraftverkehrsgesetz). Sie müssen Ihr Gewerbe lediglich anmelden.
Bei gewerblicher Güterbeförderung mit einem Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht (zlGg) von bis zu 3.500 kg
handelt es sich um den so genannten erlaubnisfreien Güterverkehr. Hierzu bedarf es ebenfalls nur einer
Gewerbeanmeldung. Allerdings sind hier die Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten und sonstige ähnliche Bedingungen zu
erfüllen, wie sie im Lkw-Verkehr gelten. Detaillierte Infos hierzu findet man leicht im Internet, auch die
entsprechenden Behörden geben hierüber Auskunft.
Wer eine gewerbliche Güterbeförderung, gleich welcher Art, mit einem Fahrzeug von über 3.500 kg zlGg durchführen will,
auch das gibt es, z. B. mit einem 7,5 t-Lkw für Speditionen o. ä., der handelt im Bereich des erlaubnispflichtigen
Güterverkehrs. Hierzu bedarf es zusätzlicher Genehmigungen und Erlaubnisse.
Personenbeförderung ist ohne Taxierlaubnis bzw. Personenbeförderungsschein (für Fahrer) nicht erlaubt. Weiterhin ist
beim Transport gefährlicher Stoffe und Waffen Vorsicht geboten. Erkundigen Sie sich beim zuständigen Ordnungsamt
danach, welche Stoffe oder Gegenstände als gefährlich klassifiziert sind. Versichern Sie sich, dass alle
Fahrer entsprechend informiert sind.
Darüber hinaus können noch Beschränkungen hinsichtlich der Briefpostzustellung vorliegen.
Die Aufnahme der Geschäftstätigkeit muss der für den Ort der Tätigkeit zuständigen Ordnungsbehörde unter Angabe des
genauen Geschäftszwecks mitgeteilt werden. Das geschieht durch die Gewerbeanmeldung. Das Finanzamt teilt Ihnen auf die
Anmeldung hin eine Steuernummer zu. Innerhalb von acht Tagen nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit wird zusätzlich die
Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft fällig, die alle Beschäftigten gegen Unfall und Berufskrankheiten versichert.
4. Kapitalbedarf und Finanzierung
Die meisten Botendienste, die im innerstädtischen oder regionalen Bereich arbeiten, beginnen mit Fahrern, die als
Subunternehmer die Aufträge ausführen. Die Zentrale hat in dem Fall die Aufgabe einer Leitstelle, also der
Auftragsannahme und Koordination der Fahrer. Dafür kassiert die Zentrale feste Beträge und bzw. oder
Umsatzbeteiligungen für
die Vermittlung der Aufträge. Eigene Fahrzeuge mit Stammfahrern wurden erst angeschafft, nachdem die Auftragslage sich
entsprechend stabilisiert hatte.
Die Anfangsinvestitionen können bei einem solchen Start unterschiedlich hoch sein und bewältigt werden. Die
Anschaffung zumindest eines eigenen Fahrzeuges, das in Notfällen als “Feuerwehr“ eingesetzt werden kann, sollte
ebenfalls im Anfangsbudget eines Botendienstes enthalten sein. Dazu kommen Ausgaben zur Einrichtung der Zentrale,
eines kleinen Büros und eine finanzielle Rücklage, die die Kosten für die ersten Geschäftsmonate (Miete, Werbung etc.)
deckt.
Immerhin können Existenzgründer aus dieser Branche sich bemühen, einen ähnlichen Rabatt mit den Fahrzeugherstellern
auszuhandeln, wie ihn Autovermieter erhalten (ein Preisnachlass bis zu 20 % ist dann drin) . Auch Kurier- und
Botendienste können damit argumentieren, dass sich ein regelmäßigen Bedarf an Neuwagen ergeben wird.
Trotzdem - die Finanzierung solcher Summen wird dem Gründer nicht leicht gemacht. Günstige staatliche
Existenzgründungskredite dürften schon deshalb nicht in Frage kommen, weil die wenigsten Inhaber dieser Unternehmen
Erfahrung aus dem Verkehrsgewerbe (z.B. als berufserfahrener Speditionskaufmann) mitbringen. Das aber ist
entscheidende Voraussetzung für die Gewährung staatlicher Hilfen.
Wer ein gutes Konzept, ein positives Gutachten über die zukünftigen Chancen und Berufserfahrung vorweisen kann, für
den findet die Hausbank evtl. auch in eigener Regie eine Lösung für die Finanzierung. In diesem Fall erhält die Bank
die Kfz-Briefe der finanzierten Fahrzeuge als Sicherheit. Das allein genügt im allgemeinen noch nicht: Banken
verlangen für die Fahrzeuge außerdem eine Vollkasko-Versicherung, um auf diese Weise ihren Kredit auch bei
Totalschaden sichern zu können.
Der Weg in das Leasing von Fahrzeugen bleibt den meisten Existenzgründern ebenfalls verschlossen. Die Leasing-Firmen
prüfen sorgfältig die Zahlungsfähigkeit und Bonität eines Kunden, bevor sie ihm ein Auto auf Leasing-Basis
anvertrauen. Wenn allerdings die Geschäfte nach ein paar Jahren gut gehen und entsprechende Bilanzen vorgelegt wer-
den können, sieht die Sache günstiger aus.
Dem Anfänger bleibt noch der Weg zu den Lieferanten, Auftraggebern oder auch Autohäusern direkt, die z. B. gegen einen
"Wechsel" über einjährige Laufzeit helfen, die Fahrzeuge zu finanzieren. Diese Finanzierungsform kann aber ihre Tücken
haben, wenn zum Zeitpunkt der Fälligkeit des "Wechsels" die Geschäfte nicht gut sind und kein Geld in der Kasse ist.
Informieren Sie sich am besten vorher bei einem Kreditinstitut über die Formalitäten dieser Geldgeschäfte bzw. über
mögliche Alternativen.
Autohäuser bieten heute oftmals so genannte Langzeitmieten an. Diese können mit recht kurzen Kündigungszeiten oder auch
langfristig über einen bestimmten Zeitraum vereinbart werden. Die Vertragsgestaltung bzgl. des Einschlusses der
Versicherungen bzw. Reparatur- und Wartungskosten sind reine Verhandlungssache.
Auch eine Finanzierung über bzw. mittels eines Auftraggebers ist hin und wieder möglich. das muss der einzelne für
sich selbst herausfinden. Der Nachteil und aber auch gleichzeitige Vorteil einer solchen Lösung ist der, dass man dann
in der Regel auch nur für diesen einen "finanzierenden" Auftraggeber tätig sein darf, andererseits aber hat der ja
auch ein Interesse daran, sein Geld aus einer solchen Finanzierung zurück zu bekommen und wird Sie entsprechend mit
Aufträgen versorgen.
Und für den einzelnen, der nur als Subunternehmer mit seinem eigenen Fahrzeug selbständig tätig sein will, dem
so genannten selbstfahrenden Unternehmer, ergibt sich oftmals auch noch die Möglichkeit, ein solches Fahrzeug von dem
Auftragvermittelnden Auftraggeber zu übernehmen. Das hat meist 2 Vorteile, ausreichende Auftragslage garantiert, denn
auch der will sein Geld wieder sehen bzw. seine monatlich eingeplante Einnahme aus der Fahrzeugübernahme, und keine
Bonitätsprüfung oder nur eine "leicht zu bewältigende".
Bei den v. g. Langzeitmieten ergibt sich in der Regel auch nicht das Problem einer Bonitätsprüfung, da diese Art von
Verträgen meist von regional ansässigen Autofirmen angeboten werden, die meist die Finanzierung eigenständig abwickeln
und das ganze wiederum mit ihrer eigenen Bonität über ihre Hausbank regeln.
5. Service und Spezialangebote
Erfolgschancen für Existenzgründer bieten sich vor allem im Bereich Botendienste, also im regionalen Service. Auf
diesem Markt bestimmen drei grundsätzliche Kundenwünsche den Service der Anbieter:
(1) Sicherheit - der Kurier übernimmt die Verantwortung für die Sendung bis zum Adressaten;
(2) Geschwindigkeit - jede Sendung wird bei Bedarf sofort auf dem schnellsten Weg zugestellt;
(3) Bequemlichkeit - die Sendung wird beim Kunden abgeholt.
Auf die Transportkosten, die bei diesen Anforderungen entstehen, kommt es den Kunden der Botendienste erst in zweiter
Linie an.
Ebenso wenig interessieren sich die Kunden dafür, welches Transportmittel gewählt wird. So wählen einige Botendienste
in innerstädtischen Verkehrsspitzenzeiten Motorroller oder Fahrräder als Transportmittel, um schneller voranzukommen.
Für manche Fahrstrecken mag die U-Bahn oder Bundesbahn in Kombination mit Taxistrecken sinnvoller sein als der
Boten-Pkw. Häufig sind die Kuriere in Großstädten auch mit dem Fahrrad unterwegs, um im Eiltempo am stehenden Verkehr
der rush-hour vorbeizukommen.
Im allgemeinen sind die Einsatzzentralen, also die Auftragsannahmen der Kuriere, an Wochentagen zwischen 7.00 und
20.00 Uhr besetzt, am Samstag von 9.00 bis 14.00 Uhr. Einige umsatzstarke Unternehmen, die sich mit einem besonderen
Service profilieren wollen, leisten sich eine Zentrale, die rund um die Uhr besetzt bleibt und auch nachts und am
Wochenende Fahrer in Bereitschaft hat. Für Botendienste, die diese Größenordnung erreicht haben und einen
24-Stunden-Service anbieten, wäre ein weiterer - recht preisgünstig angebotener - Sonderservice interessant: Die
Overnight-Garantie. Bei diesem überregionalen Angebot - Sendungen werden in der Regel bis 18 Uhr abgeholt und
erreichen am nächsten Morgen den Bestimmungsort - ist es notwendig, dass sich mehrere regionale Botenunternehmen
zusammenschließen, denn die Sendungen überschreiten in der Regel den eigenen Verantwortungsbereich.
Auch Sonderwünsche von Stammkunden werden von den Botendiensten erfüllt. Auf Wunsch einer Werbeagentur schlüpft z.B.
zur Weihnachtszeit der Fahrer eines Hamburger Unternehmens in ein Nikolauskostüm, um die Weihnachtspräsente der Firma
bei den Kunden zu verteilen. Das Volumen des privaten Kundenkreises ist minimal, dennoch fahren die Dienste natürlich
auch für jemanden, der einen Einkaufskorb stehen gelassen hat, helfen mit Starthilfe beim liegen gebliebenen Fahrzeug,
übernehmen einen Stadtlotsendienst, helfen auch schon mal beim Aufstellen eines Tannenbaumes.
Die Zusammenarbeit mit Stammkunden kann auch eine hervorragende Gelegenheit bieten, lukrative Spezialisierungen zu
entwickeln. So ließ beispielsweise eine Computerfirma eine Anzahl geeigneter Fahrer eines Botendienstes schulen, um
Computerteile nicht nur schnell zum Kunden zu bringen, sondern auch direkt einzubauen und die defekten Teile gleich
wieder zurückzubringen. In diesem Fall erweitert sich die Fahrleistung um eine technische Leistung und man hat
mitunter auch noch gleich - je nach Abrechnungsmodalität - eine Rücktour. Zumindest erhöht man die Attraktivität der
eigenen Leistung für den Auftraggeber und die Kunden vor Ort, bei denen angeliefert und montiert wird, sind schnell
zufrieden gestellt und manchmal ergibt sich auch von dieser Seite ein Folgeauftrag.
Anfängern, die sich auf dem Markt mit speziellen Serviceangeboten profilieren, müssen sich allerdings eines überlegen:
Alle Spezialisierungen oder Sonderservice-Angebote müssen nicht nur organisierbar sein und bei den Kunden auf
Interesse stoßen, sondern auch betriebswirtschaftlich vertretbar und bezahlbar sein.
6. Informationen zur Betriebsplanung
Die Boten- und Kurierunternehmen sind recht unterschiedlich organisiert. Feste Regeln zur Kalkulation von Preisen oder
zu den Gewinnspannen sind daher kaum zu geben.
Die Zentralen, die mit selbständigen Fahrern arbeiten (hauptsächlich bei Botendiensten angewandt), erhalten von den
Fahrern eine monatliche Grundpauschale, sowie manchmal zusätzlich eine Umsatzbeteiligung am tatsächlichen
Auftragsvolumen. Die Beträge der Pauschalen bewegen sich momentan zwischen 12 - 18 % vom vermittelten
Gesamtauftragsumsatz. Dafür vermittelt das Unternehmen Aufträge, erledigt das Inkasso der Kunden, die fast ausnahmslos
bargeldlos zahlen und trägt das Risiko, wenn der Kunde nicht zahlt. Auf den Unternehmer kommen also zahlreiche
Organisationsaufgaben zu: Einsatzplanung, Buchführung, Inkasso, Leitung der Funkzentrale. Zumindest für die Zentrale
wird er zwei oder drei Vollzeitkräfte einstellen müssen, die telefonische Aufträge annehmen und an die Fahrer
weiterleiten. So bleibt dem Unternehmer mehr Zeit für die unternehmerischen Aufgaben und die Akquisition von
Daueraufträgen oder Dauerkunden.
Gut verdienende Fahrer tragen mit ihrer höheren Arbeitszufriedenheit zum Erfolg des Gesamtunternehmens bei. Zentralen,
die mit zu vielen Fahrern arbeiten, um allein schon an der Pauschale zu verdienen, werden langfristig vom Markt
verschwinden. Auch Zentralen, die zu billige Tarife anbieten, werden schnell ihre Fahrer verlieren, die auf dieser
Basis keinesfalls zurechtkommen können. Man geht in etwa davon aus, dass ein Kleinunternehmen mit zehn Fahrern sich
mit 100 Aufträgen am Tag, davon mindestens 30 Daueraufträgen von Stammkunden, über Wasser halten kann. Viel verdient
wird dabei aber noch nicht.
Anders bei Unternehmen mit eigener Fahrzeugflotte und angestellten Fahrern (in der Regel bei Kurierdiensten). Sie
verdienen hundertprozentig an allen Aufträgen, die abgewickelt werden. Dafür tragen sie weit höhere Lohnkosten und
Fahrzeugkosten für ihre Stammfahrer. Wieviele Aufträge jeweils nötig sind, um die Kosten zu decken, hängt von der
Betriebsgröße ab. Ein Fahrer kostet mit den Lohnnebenkosten z. Zt. etwa EUR 15.000 im Jahr. In jedem Fall sollten in
die Kostenrechnung die Ausgaben für Transportversicherungen für die z. T. sehr wertvollen Sendungen einbezogen werden.
Für selbständige Fahrer kann ein Rahmen-Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft abgeschlossen werden.
Die Preise für die Transportleistungen orientieren sich - so problematisch das für den wirtschaftlichen Erfolg werden
kann - weniger an den betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten als am Markt, also an den Preisen, die die Konkurrenz
fordert. Die Preisunterschiede können für einzelne Leistungen ganz gewaltig sein. Bevor ein Existenzgründer startet,
sollte er zunächst die Preislisten der örtlichen Konkurrenz anfordern und prüfen, ob er sein Konzept zu diesen Preisen
verwirklichen kann.
7. Fahrer
Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Flexibilität in Notfällen sind das Geschäft des Kurier- und Botendienstes. Von den
Fahrern, den Aushängeschildern des Unternehmens bei den Kunden, müssen dieselben Eigenschaften gefordert werden. Die
Fahrer und Fahrzeuge - ob PKW, Motorroller oder Fahrräder - sollten ein gepflegtes Äußeres aufweisen. Die meisten
Fahrer verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Arbeitslose Lehrer sind häufig darunter anzutreffen, aber
auch Leute aus Industrie und Handwerk, zum Teil Studenten, die kurzfristig bereitstehen oder nur einige Tage in der
Woche arbeiten.
Die bisherige Berufserfahrung der Fahrer sollte es im allgemeinen mit sich bringen, dass sie selbständig Probleme
lösen können und mit Menschen zurechtkommen, denn der Umgang mit den Kunden ist nicht immer ganz einfach; oft haben
sie gerade einen wichtigen Termin verpasst oder sind nahe daran und entsprechend aufgeregt. Vom Fahrer wird erwartet,
dass er Ruhe und Zuverlässigkeit vermittelt und das Gefühl: “Das schaffen wir schon!“.
Fahrer und Zentrale können nur verdienen, wenn die Fahrer den schnellsten Weg nehmen, den Stadtplan im Kopf haben und
auch bei Fahrten außerhalb mit Karten zurechtkommen. Hilfreich sind hierbei natürlich die heute schon recht
preisgünstig zu bekommenden Navigationsgeräte. Reich werden kann man bei dieser Arbeit als Fahrer nicht - man hat sein
Auskommen, wenn man gut ist. Das durchschnittliche Monatseinkommen bei einer eingesessenen Zentrale beträgt für den
Fahrer mit Pkw z. Zt. etwa EUR 2.500. Davon bleiben dem Selbständigen etwa 50 % nach Abzug von Pauschalen und Steuern.
Spitzenfahrer bringen es z. Zt. auf EUR 4.000 bei 10 bis 11 Stunden
Arbeit am Tag. Aber Vorsicht: Lenk- und Ruhezeiten ggf. einhalten - es müssen evtl. Arbeitszeitnachweise geführt und
mitgeführt werden.
8. Standort
Etwa 20 qm Bürofläche können ausreichen, um die Funkzentrale und einen Schreibtisch für die Büroarbeit unterzubringen.
Der geringe Platzbedarf macht es möglich, evtl. als Untermieter bei einem anderen Unternehmen oder in ein Bürohaus
einzuziehen. Die Innenstadt ist für Kurierdienste nicht nur wegen der teureren Mieten, sondern auch wegen der
schwierigen Parkplatzsituation nicht empfehlenswert.
Halteplätze erleichtern den Fahrern den Zugang zur Zentrale. Für den eigenen Fahrzeugpark muss in jedem Fall eine
ausreichende Abstellfläche und eine Wartungsmöglichkeit in der Nähe gefunden werden.
Sinnvoll ist auch, die Zentrale so verkehrsgünstig unterzubringen, dass die Fahrer von dort schnell bei den Kunden
sein können - also evtl. in einem Gewerbegebiet oder in der Nähe der Stadtautobahn. Die örtlichen Verhältnisse sind
hier bestimmend.
Wenn die Lage der Zentrale eher untergeordnet ist, so kann man das von der Entscheidung für die Region, die man
bedienen will, kaum sagen. Orte unter 50.000 Einwohner dürften für einen Botendienst nur ausreichendes
Auftragsaufkommen aufbringen, wenn sie in gewerblichen Ballungsräumen liegen. Für ein Kurier- und Botenunternehmen ist
eine gewisse Konzentration von Klein- und Mittelbetrieben lebenswichtig. Die Preise müssen hier wegen der relativ
großen Entfernungen und der häufig nicht sicheren Folgetouren anders kalkuliert werden. Richten Sie sich dort auf eine
längere Anlaufzeit ein, in der sie u. U. auch mehr Mittel für die Akquisition aufwenden müssen. Nach den bisherigen
Erfahrungen werden solche Dienstleistungen in Großstädten schneller angenommen, während man ihnen auf dem Lande mit
einer gewissen Skepsis begegnet.
Um die Konkurrenzverhältnisse am Ort festzustellen, reicht übrigens nicht nur der Blick ins Branchenbuch und Internet.
Als Konkurrenten treten nicht nur andere regionale Botendienste, sondern auch überregional organisierte Kurierdienste,
Speditionen oder Taxiunternehmer auf. Vergessen Sie auch nicht, den Kurierdienst der Post, der in Ihrer Region
vielleicht schon seine Aktivitäten entfaltet. Es lohnt sich also, die Konkurrenz genau unter die Lupe zu nehmen und
ggf. bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer nach ihren Angeboten zu fragen.
9. Akquisition/Märkte
Die bestehenden Botendienste haben in der Regel einen Kundenstamm, der zwei Drittel des Auftragsvolumens ausmacht.
Diese Kunden sind teilweise durch feste Verträge über Liefermengen, aber vor allem durch Zeitpunkt und Regelmäßigkeit
an den Botenservice gebunden. Die Stammkunden rekrutieren sich häufig aus dem graphischen Gewerbe (Druckereien,
Buchbindereien, Satzbetriebe, Reproanstalten) und der Werbebranche (Agenturen, Fotographen, Graphiker usw.). Diese
Firmen haben notorisch enge Termine bzw. Terminverschiebungen, zu denen sie gerade mit der Herstellung fertig werden,
ohne längere Transportzeiten einzuplanen. Aber auch Notare und Rechtsanwälte müssen auf Termine achten, für die
manches Schriftstück erst in letzter Minute fertig wird.
Zunehmend greifen auch Industriebetriebe und das produzierende Handwerk zum Service des schnellen Boten. Insbesondere
Zulieferbetriebe der Maschinenindustrie, Computerhersteller, die feinoptische Industrie oder zahntechnische Betriebe
nutzen die Zeit, die sie durch Boten gewinnen, für die Produktion. Häufig sind hier eilige Ersatzteile zu liefern,
deren Ausbleiben teure Produktionsausfälle verursachen kann.
Argumente für die Akquisition können sein: Man erhält Zinsgewinne, Standortnachteile werden durch Geschwindigkeit
aufgewogen, die Betriebe können entferntere Absatzmärkte und damit neue Kunden gewinnen, bei Neuakquisitionen kann man
Wettbewerbsvorteile und bei Stammkunden besondere Serviceleistungen ins Spiel bringen.
Für den Kunden sind verschiedene Punkte wichtig, mit denen ein neu entstandener Botendienst auch Kunden bestehender
Konkurrenten gewinnen könnte: Die Nähe des Boten verkürzt Wartezeiten, ein gut funktionierendes Beförderungs- und
Abwicklungssystem, pünktliche Zustellung, Kostengünstigkeit, Imagefaktoren wie das Verhalten der Fahrer und das
Erscheinungsbild der Fahrzeuge.
Vorteilhaft ist in der Branche nach wie vor eine große Anzeige im Branchenbuch, die Leistungen und Preise des
Kurierdienstes herausstellt. Annoncen in großen Tageszeitungen, Stadtteilzeitungen und Anzeigenblättern sind nur
sinnvoll, wenn man regelmäßig inseriert. Bei Adressenverlagen kann man Anschriften potentieller Kunden erhalten und
diese mit einem Werbeschreiben über den Betrieb und seine Leistungen informieren. Diese - direct mau genannte - Form
der Werbung wird von Werbeexperten als sehr effizient betrachtet und dürfte gerade beim Kundenkreis eines
Kurierdienstes angebracht sein.
10. Kontakte + Fachkontakte
Bundesverband des Kurierwesens e. V.
Eimsbütteler Chaussee 23
20259 Hamburg
Tel. 040 / 430 33 74
Fax 040 / 430 14 90
Zentralarbeitsgemeinschaft des Straßen- und Verkehrsgewerbes e. V.
Breitenbachstaße 1
60487 Frankfurt/Main
Tel. 069 / 77 57 19
Bundesverband internationaler Express- und Kurierdienste e. V.
c/o.: RAe Heuking Kühn Herold Kunz Wojtek
Bleichenbrücke 9
20354 Hamburg
Tel. 040 / 355 28 00
Bundesverband des Deutschen Güternahverkehrs e. V. (BDN)
Breitenbachstraße 1
60487 Frankfurt/Main
Tel. 069 / 79 190
Vereinigung Deutscher Kraftwagenspediteure e. G.
Eduard-Pflüger-Straße 58
53113 Bonn
Tel. 02 28 / 23 30 29
Betriebs- /Existenzgründungsberatung
RKW - Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft e.V.
Düsseldorfer Straße 40
65760 Eschborn
Tel. 0 61 96 / 495 - 1
Fax 0 61 96 / 495 - 303
(neben verschiedenen Veröffentlichungsreihen zur Unternehmensführung (Literaturliste bestellen!) berät das RKW
Existenzgründer und Unternehmer mit eigenen Experten und vermittelt qualifizierte unabhängige Berater, wenn eine
intensive Vorbereitung Ihres Vorhabens das erfordert. Die Beratungskosten werden vom Bund mit Zuschüssen gefördert)
Die folgenden Verbände setzen an die Qualität ihrer Mitglieder recht hohe Maßstäbe an und können regional
Existenzgründungsberater benennen:
Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) e. V.
Friedrich-Wilhelm-Straße 2
53113 Bonn
Tel. 02 28 / 23 80 55
Fax 02 28 / 23 06 25
Vereinigung Beratender Betriebs- und Volkswirte (VBV) e. V.
Holstenstraße 15
25335 Elmshorn
Tel. 0 41 21 / 252 52
Fax 0 41 21 / 258 67
BUS-Betreuungsverbund für Unternehmer und Selbständige e. V.
Hildegardstraße 2
80539 München
Tel. 089 / 22 33 96
Fax 089 / 22 83 640
difu Deutsches Institut für Unternehmensberatung e. V.
Bruchhäuser Straße 19
68723 Schwetzingen
Tel. 0 62 02 / 47 58
Fax 0 62 02 / 24 564
(Existenzgründungsberatungen können staatlich bezuschusst werden)
Ein besonderer Beratungsservice für Existenzgründer:
Bundesarbeitsgemeinschaft “ALT HILFT JUNG“: Fachleute, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, geben Starthilfe
durch Beratung in kaufmännischen, finanziellen und organisatorischen Fragen. Die Hilfe ist ehrenamtlich; im
allgemeinen wird nur ein Unkostenbeitrag von z. Zt. ca. EUR 10,- pro Beratung verlangt.
ALT HILFT JUNG e. V.
Kennedyallee 62-70
53175 Bonn
Tel. 02 28 / 88 92 36
Fax 02 28 / 88 93 48
Fachzeitschriften
Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen die speziellen Fachzeitschriften Ihrer Branche bieten: Veröffentlichung der
wichtigsten Informationen, die die Verkehrswirtschaft betreffen; für Sie relevante wirtschaftliche Informationen;
Anzeigen der kooperierenden Firmen, mit denen Sie u. U. in Kontakt treten möchten; die Möglichkeit, eigene Anzeigen
aufgeben zu können, wenn Sie z. B. einen Kooperationspartner suchen.
Deutsche Verkehrs-Zeitung, 3 x wöchentlich (mit internationalen Schiffabfahrtslisten)
Deutscher Verkehrs-Verlag GmbH
Postfach 10 16 09
20010 Hamburg
Tel. 040 / 237 14 01
Fax 040 / 237 14 255
Transport Markt, monatlich
Transport Markt Verlag GmbH
Ehlersberger Weg 214
22889 Tangstedt
Tel. 040 / 607 14 45
Fax 040 / 607 23 43
Die meisten Verlage geben übrigens kostenlose Probehefte ab.
11. Adressen und Infos für Existenzgründer in Nordrhein-Westfalen + Erste Anlaufadressen
Die Industrie- und Handelskammern geben mit ihrer kostenlosen Existenzgründungsberatung erste Antworten auf Ihre
Fragen und vermitteln Sie bei Bedarf an Spezialisten für weiterführende Beratungen. Sie zeigen Ihnen u.a. einen Weg
durch den Dschungel der vielfältigen staatlichen Förderprogramme aus Bundes- und Landesmitteln. Ihre örtliche Kammer
finden Sie im Telefonbuch oder über die
Vereinigung der Industrie- und Handelskammern des Landes Nordrhein-Westfalen
Goltsteinstraße 31
40211 Düsseldorf
Tel. 02 11 / 367 02 - 0
Fax 02 11 / 367 02 - 21
(Service der IHKs: u. a. kostenlose Beratung für Existenzgründer + Auskunft über gewerberechtliche Fragen + Hilfe bei
Standortsuche + Seminare ÷ Kooperationsbörse)
RKW-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
Sohnstraße 70
40237 Düsseldorf
Tel. 02 11 / 68 00 10
Fax 02 11 / 68 00 168
Fachverbände
Verband des Verkehrsgewerbes Nordrhein e. V.
Engelbertstraße 11
40233 Düsseldorf
Tel. 02 11 / 738 58 20
Fax 02 11 / 733 43 09
Verband für das Verkehrsgewerbe Westfalen-Lippe e. V.
Fachvereinigung Güternahverkehr
Westfalendamm 78
44141 Dortmund
Tel. 02 31 / 52 82 26
Öffentliche Finanzierungshilfen
Gesellschaft für Wirtschaftsförderung des Landes Nordrhein-Westfalen
Kavalleriestraße 8-10
40213 Düsseldorf
Tel. 02 11 / 130 00 35
Fax 02 11 / 130 00 54
(Service: u. a. Beratung über die verschiedenen Förderprogramme des Bundes und des Landes (speziell unter dem
Gesichtspunkt der Ansiedlung an besonders geförderten Standorten) + Vermittlung von Kontakten zu Fachberatern und
Spezialisten)
Investitionsbank NRW
Karl-Arnold-Platz 1
40474 Düsseldorf
Tel. 02 11 / 826 09
Fax 02 11 / 826 61 64
und
Servatiiplatz 5
48143 Münster
Tel. 02 51 / 412 04
Fax 02 51 / 412 26 09
(Service: u. a. Beratung über die verschiedenen Förderprogramme des Bundes und des Landes, kostenlose
Informationsbroschüren)
Berufsgenossenschaft
Für die Unfallversicherung in Ihrer Branche ist zuständig:
für motorisierte Kuriere:
Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen
Max-Brauer-Allee 44
22765 Hamburg
Tel. 040 / 38 109 - 0
Fax 040 / 38 109 - 290
für Fahrradkuriere:
Großhandels- und Lagerei- Berufsgenossenschaft
M 5, 7
68161 Mannheim
Tel. 06 21 / 183 - 0
Fax 06 21 / 183 - 300
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